Wir blinzeln in die Sonne, recken uns wie Bäume dem Licht entgegen. Kurz darauf fegt uns ein tosender Wind vor dem verdunkelten Himmel zurück ins Haus. April. Wir schütteln uns: Baum – Hund-Mensch, alle gleich. Im Frühling stellt sich die Welt leise wieder auf Anfang, mit neuer Kraft und Zuversicht für alles, was kommt. Christels lieber PEPE zeigt uns, wie’s geht.
Es gibt Gründe, sich zu freuen. Nach Umwegen lösten sich Knoten, und vier unserer Schützlinge fanden ein Zuhause. Mit einer üblen Enttäuschung😊 Wieder konnten wir Senioren-Hunde befreien, denen es nur schlecht ging. Durch die bisherige Erfahrung und GORANs heile Rückkehr wollen wir das immer wieder tun. Wer uns dabei helfen möchte, ist sehr willkommen😊 Langsam gewöhnt sich unser Rudel an den Alltag ohne GINGER, frühere Chefin im Ring. Bei Alida und Burckhard dauert es noch, aber Ablenkungen wirken😊Wir sind glücklich über einen Befund: Traumhund ATIS sollte an der Niere operiert werden. Doch nun zeigte sich, dass Medikamente ausreichen. Danke! 😊 Über unsere Hunde in der Probezeit hören wir viel Gutes und auch mal Erstaunliches. Anfangs schüchtert all das Fremde jeden Hund ein und er versucht sich anzupassen. Je sicherer er wird, desto mehr möchte mancher „austesten“. Darum geben wir schon früh Tipps für die Anfangszeit, empfehlen Konsequenz, Struktur, Rituale … neben aller Liebe und Fürsorge. Ein Hund muss wissen, dass es Regeln fürs Zusammenleben gibt, dass er beschützt wird und nicht selbst beschützen muss. Sonst hat man bald mit Territorialansprüchen und Sozialproblemen zu kämpfen. Doch 90% unserer so gut wie möglich vorbereiteten Schützlinge passen sich an und integrieren sich ins Vorgefundene, wenn Hundehalter wissen, was sie tun. Etwa 10% kriegen das einfach nicht hin.
Neue Aufgaben und Aktionen warten, da wird alles an Kraft und Zuversicht gebraucht. Zuerst freuen wir uns über jeden von euch, der uns am 25. oder 26. April zur Hundemesse auf Gut Emkendorf bei Eckernförde besucht. Gern erwarten wir euch am tierwork-Stand mit Leckerli und mehr.

Im Mai ist Alida wieder unterwegs zu einer großen Kastrations- und Rettungsaktion, begleitet von unseren hilfsbereiten Tierärzten, die sich zu Viert abwechseln. Bestimmt bringt sie nochmal einige der bedürftigsten Vierbeiner mit.
Auch unsere ängstlichen oder älteren Tiere benötigen liebe Familien. SMILA, CALYPSO, SUSI, SHONDA & Co. sehnen sich nach ihrem Menschen. Darum sind wir dankbar, wenn ihr unsere Infos weiterleitet und mithelft, ihn zu finden. So wichtig Schutzhöfe zur Notaufnahme und als Refugium sind, sie ersetzen kein Zuhause oder die Zuwendung einer festen Bezugsperson.
Kein Licht ohne Schatten. Da die Sonne rein physikalisch keine punktförmige, sondern eine ausgedehnte Lichtquelle ist, entstehen Randbereiche, die nur teilweise beleuchtet werden. Das gilt auch für unser Leben. Wir haben die junge Familie in Achim besucht, die unbedingt unsere CINDY haben wollte. Auf dem Hof lernten sie Cindy kennen. Das lief prima mit viel Lob für unsere Arbeit, die Hinweise zum Hund usw. So schön eine Adoption ist, erstmal verliert Cindy ja alles Vertraute, ihren Freund, ihr Umfeld. Da sind Zeit und Geduld wichtig. „Selbstverständlich“ sagen Frau, Mann, Mutter. Mittags wird unsere Kleine abgeholt, am nächsten Tag ist sie wieder bei uns. Obligatorisch rufen wir nach der ersten Nacht an und fragen, wie es so ging. Eine hysterische Frau am Telefon, die jammert, Cindy passt sich nicht an, will nicht fressen, wahrscheinlich was an den Zähnen. Sofort war klar: Das wird nie was, also kam Cindy zurück. Die Hündin hatte so viele Anfragen und wir geraten an die Verkehrtesten, die gar keinen Tierschutzhund bekommen dürfen. Nun ja, jeder kennt den Spruch mit „der Stirn…“
Vertrauen ist im Tierschutz-Alltag nicht leicht, wenn man oft getäuscht wird, absurder Selbstwahr- nehmung und menschlichen Abgründen begegnet. Trotzdem können wir uns in die Lage von seriösen Interessenten versetzen. Dass sie das sind, wissen wir ja nicht! Aber uns ist klar, wie frustrierend es für anständige, ehrliche Menschen sein muss, denen die Adoption erschwert wird. Doch Tiere können nicht mitreden, werden willkürlich neuen Situationen ausgesetzt… für uns eine riesige Verantwortung, für die wir immer wieder um Verständnis bitten.



