Chester, Kenny und Ludwig haben den tiwo-Hof besucht und zusammen mit uns Menschen eine aufbauende Zeit verbracht. Auch eine abbauende, denn die Brüder buddelten sich in rasantem Fleiß Richtung Australien durch (Video). Ein durchaus erwünschter Fremden-
verkehr im Sinne unseres Hügels.
Diese „Wiedervereinigung“ hatte sich Alida gewünscht, denn die 3 Jungs waren in ihrer Pflegestelle ein enges Trio innerhalb des Rudels und sicher glücklich über ein Wiedersehen. Vonwegen! Chester und Kenny bildeten inzwischen ein so starkes Duo, dass der sanfte Ludwig anfangs wenig willkommen schien. Obwohl sich das bald legte, wurde deutlich, die 3 brauchen einander nicht mehr. Doch jeder ist glücklich!

Schon eine Weile übt Alidas Magen den Schleudergang. Sofort nach der Meldung von Bianka aus Andalusien „in der Hitze irrt ein dürrer Welpe unversorgt in einem Gelände herum“, wurden wir aktiv und wollten ihn holen. Ohne Impfung usw. unmöglich. Bianka lebt 72 km entfernt, hat kein Auto, „aber meine Bekannte Ines füttert den Kleinen und bringt ihm Wasser, doch sie fährt in Urlaub.“ Jetzt muss ihn jemand aufnehmen, beim Tierarzt für die Ausreise vorbereiten und zum Transporter bringen. Den konnten wir bereits buchen. Telefon-Wirbel: 9 spanische Tierschutzvereine, die wir um diese befristete Hilfe baten, lehnten ab – obwohl wir Adoption und Kostenübernahme schriftlich zusagten. Der Hund sollte nur diese kurze Zeit versorgt und sicher sein. Durch eine Freundin mit guten Kontakten in Sevilla boten 2 Paare sofortige Unterstützung an … endlich Erfolg! Abholung, Unterkunft besprochen, dann um 1 Uhr nachts die Nachricht: Der Hund ist tot. Den unerträglichen Rest ersparen wir euch. Bis 5 Uhr geweint, Turbo-Kopfkino. Ein schrecklicher Tiefschlag, eine furchtbare Erinnerung.
Und um die Tränen nicht zu stoppen, starb zeitgleich eins der geretteten Kitze. Herzzerreißend. Auch unser Schaf MAXI lebt nicht mehr, ist kurz nach seinem 15. Geburtstag ruhig eingeschlafen, umgeben von seinen Schafdamen, so wie er es am liebsten hatte. Bock im Korb. Nach all diesen Nachrichten tobt der Schmerz in uns und überlagert viele Stunden.
In all den Jahrzehnten haben wir gelernt, schöne, kostbare Erlebnisse zu speichern, auch Trauer zuzulassen, und aus Erfolgen ebenso wie aus Niederlagen Kraft zu schöpfen. Das wird mit den Jahren nicht leichter, darum muss man es wirklich wollen!! Trotz Ohnmachts-Wut und Kummer soll unsere Sehnsucht nach Lichtblicken einen Teil der Schwere nehmen und Platz für neue Hoffnung machen.



