…hier ist viel los. Wir üben den Alltag ohne unsere Ginger. Loran kapiert das nicht und sucht sie. Alida verreist, tritt erst in einer Art Schloss auf, dann in Berlin, und rettet trotzdem dauernd meine Artgenossen, denn Leid gibt’s immer. Meine Menschen bleiben da aktiv. Selbst in Trauer. Unnötigen Kummer machen ihnen echt komische Zweibeiner. Warum sind die bloß so? Burckhard fährt sie besuchen, danach besuchen die uns. Oft geht’s darum, was wir alles können sollen, ohne dass die viel beisteuern. Korb? Futter? 2 x raus? Okay, ist Klasse statt Käfig in der Tötungsstation. Aber als Lebensziel nach der Rettung? Nee Leute, so nicht. Wir suchen uns die Not nicht aus, die verdanken wir menschlichem Fehlverhalten. Und nun tun wir wirklich alles für euch, da könnt ihr uns doch wenigstens den schweren Anfang erleichtern, oder? Wenn wir Vierbeiner uns darüber austauschen, schütteln selbst die blödesten Katzen den Kopf. Wie gut, dass es auch richtige Tierfreunde gibt. Auf die warten wir dann eben.
Wie die Familien der letzten von Alida befreiten Senioren etwa in meinem Alter. Die machen allen Riesenfreude. Atesh, Maya, Aldo, Goran, Panda, Calypso, Susi, Lady… sorgen für ein glückliches Lächeln bei meinen Liebsten.

Wasserfreund Atesh Goran auf Empfang Panda im Sonnenbad Forscher Calypso Blicksuche Susi
Alter war mir immer schnurz, ich hab’s nicht so mit Zahlen, aber meine Menschen wollten die 15 mit mir feiern, sagten was von „dankbar“. Echt? Weil es mehr ziept als früher? Oder meine Lauflust nach
2 Kreisen ausgereizt ist? Ansonsten bin ich noch recht fit. Darum nutzt unsereins die eigene Intelligenz statt KI und denkt mal nach. Wenn Menschen sterben, machen sie ein Testament, um das, was sie haben, denen zu hinterlassen, die sie lieben. Ich denke an unsere Ginger und alle, die tapfer ihren Weg gingen und möchte auch gern so ein Testament machen. Einem armen, einsamen Streuner würde ich mein Zuhause hinterlassen, meinen Napf, mein weiches Kissen, mein Spielzeug und den geliebten Schoß, die Schmusehand, die sanfte Stimme, den Platz, den ich in vielen anderen Herzen hatte, die Fürsorge, die mir am Schluss zu einem friedlichen und schmerzfreien Ende helfen wird, gehalten im vertrauten Arm. Wenn ich einmal sterbe, sag bitte nicht: „Nie wieder will ich ein Tier haben, der Verlust tut zu weh!“ Such Dir einen traurigen, ungeliebten Hund aus und gib ihm meinen Platz. Das ist mein Erbe. Diese Liebe, die ich mal zurücklasse, ist alles, was ich geben kann.
In diesem Sinne
Euer Nando



