Wir möchten einen wilden Ausflug in die deutsche Wirtschaft mit euch teilen. Zur Erinnerung: Letzte Woche berichteten wir im Newsletter über unsere neuen Bemühungen für die ukrainischen Tiere; zeitgleich haben wir drei rumänische Hilfsprojekte, einen enormen Einsatz in Albanien und versuchen, Tieren aus den schrecklichen Bränden in Spanien und Frankreich zu helfen. Alles neben der üblichen Hofarbeit, also Tag und Nacht oder wie es heute heißt 24/7. So weit, so gut.
Erste Aufgabe war die lebenswichtige Futterlieferung per Sachspenden-LKW ab München in die Ukraine. 4 Tage lang riefen wir zu zweit 16 Firmen an, von Peddigree über kleinere Unternehmen bis Zooplus und keiner war in der Lage, 1 Tonne Hunde- und Katzenfutter an eine Münchner Adresse zu schicken. Nicht mal ein Laden in München! Bei manchen gab‘s fehlende Kapazitäten, bei allen keine Anlieferung. Nur Zooplus könnte das übernehmen, hat aber eine Versand-Begrenzung bei 31 kg… da würde eine Tonne ewig dauern. Zwar tauchte mal Hoffnung auf, doch auch das gepeinigte Ziel änderte nichts. Wir schilderten die hochdramatische Situation der zurückgelassenen Tiere, die Geisterstädte in Trümmern voller hungernder, verletzter und traumatisierter Vierbeiner. Pures Grauen, um das sich das bedrohte Tierheim kümmert. Nur ein „Wie toll, dass Sie sich einsetzen, isja echt schlimm dort“.

Warum beginnen hilfsbereite Ideen oft so harmlos, um dann zuverlässig zu entgleisen? Bleibt nur: Fassung bewahren und sich am Erreichten stärken. Denn mittlerweile kam unser Futter in Albanien, Rumänien und Spanien problemlos an. Ausländische Firmen freuen sich riesig über unsere Aufträge und erledigen alles vorbildlich; sicher auch die Polen, die nun in die Ukraine liefern. Nur unklar, wieso hier viele fordern, die Politik soll unsere deutsche Wirtschaft ankurbeln? Da wäre ja wohl erstmal eine Art von Eigenleistung gefragt! Wenigstens war unser Gang in die kulinarische Wirtschaft um die Ecke ein Trostpflaster.
Der Mensch bringt sogar Wüsten zum Blühen.
Die einzige Wüste, die ihm noch Widerstand bietet,
befindet sich in seinem Kopf.
Ephraim Kishon



