Rilke-Luna

Rilke bleibt forever unsere Mondgöttin Luna. Als wir dich aus dem Notlager befreiten, sagte man uns, du wärst gesund, aber zu dünn. Und Letzteres stimmte wahrhaftig: Rilke, ein abgemagertes, feenhaftes Wunder stand vor uns und sah uns mit riesigen Kirschenaugen an. Du hast uns alle sofort bezaubert – so beschützenswert wirktest du. Beate und Anja nahmen dich mit nach Berlin, nannten dich Luna und päppelten dich auf, bis du den Garten und die Fürsorge mit Leib und Seele genießen konntest. Doch zu unserem großen Kummer waren deine Organe bereits irreparabel zerstört – nichts arbeitete mehr in dir, um dir zu helfen. Sanft und still, wie du in unser Leben gekommen bist, hast du uns auch wieder verlassen. In deinem Körbchen liegend bist du zu Hause in unseren Armen ruhig von uns gegangen. Luna, du bist eine Sternschnuppe
und wir bleiben dir auf ewig nah.

Janosch
Jenko