sei uns herzlich willkommen. Obwohl kalendarisch noch Winter ist, lässt du uns einen ersten Frühlingshauch spüren. Gut so, denn Auftrieb und Hoffnung können wir brauchen, weil immer noch manches unrund läuft. Eigentlich wollten wir im März Bäume ausreißen, aber im Moment können wir froh sein, nicht am Gänseblümchen zu scheitern.
Vor kurzem haben wir die 12jährige DESI und ihr 78jähriges Frauchen besucht. Die 2 sahen
top aus und fühlten sich bestens. Auf unsere Frage nach Desis „Verbleib im Notfall“ kam die Antwort „dafür ist gesorgt, aber ich überlebe ja meinen Schatz.“ Beides hat leider nicht gestimmt. Durch den plötzlichen Tod braucht die nun unversorgte Desi ganz dringend ein Zuhause – doch bisher fühlt sich niemand angesprochen. Bitte helft: Desi ist wunderbar. Ruhig, genügsam, lieb, an Haushalt gewöhnt und eine Bereicherung, keine Belastung (mehr: HP Zuhause gesucht).
Dann sind da noch die Zeitdiebe. Wir verschicken wichtige Post und kriegen sie zurück, weil keine Adressenänderungen angegeben wurden, Tier-Interessenten benutzen uns als Sandsack mit ihren Zu- und Absagen; fest vermittelte Tiere werden nicht abgeholt oder der „vom Nachbarn übergebene Hund“ muss mal wieder herhalten. Wir verlieren eine freundliche Pflegestelle wegen bedauerlicher Kommunikationsfehler und schaffen nur schwer den fordernden Alltag, denn Zeit, Nerven, Geld und Kraft schwinden schneller als ein Eiswürfel in der Fritteuse. Negatives ballt sich. Leicht selbst lösbare Probleme lädt man gern bei uns ab, doch weil der Einzelne das Gefühl hat „die kleine Hürde packen die bestimmt“ übersieht er dabei, dass es -zig kleine Hürden sind und es nie beim Einzelnen bleibt. Leider nehmen viele Menschen (oft unbewusst) ehrenamtliche Arbeit als „selbstverständlich“ wahr. Und sobald die sogar was will, wie im Tierschutz nötig, erkennen viele keine Belastungsgrenze mehr.
Es wird vergessen, dass wir zwar freiwillige Tierschützer sind, aber auch ganz normale Menschen. Mit Familien, Pflichten, Trauer und all dem, was jeden betrifft. Wir müssten Notfall-Plätze suchen, Kastrations- und Rettungsaktionen organisieren, Besuche, Tierarzt- und Trainingstermine verabreden, doch auf der rasanten Fahrt liegen zu viele Steine im Weg. Hat das Schicksal 2026 ein Abo auf Chaos für uns abgeschlossen, bei dem benachteiligte Tiere und wir die Rechnung bezahlen? Dann sollte der nächste Halt unbedingt „Lichtblick“ heißen, denn unser Geduldsfaden reicht nur noch zur dünnsten Zahnseide. Immerhin!
Wie wäre es mit etwas mehr Einfühlungsvermögen und Verständnis? Überlegt bei der Suche nach einem 4beinigen Familienmitglied vorher, was ihr wollt und leisten könnt – nicht erst, nachdem viele Ehrenamtliche aktiv waren, Zeit, Kraft und Geld einsetzen mussten. Schaut bei einen Notfall erst in eurem Umfeld nach Lösungen, ehe ihr uns bemüht. Und stellt euch einfach mal vor, unter welchen Umständen wir Tierleben retten, wie viele wir beschützen, versorgen, und wie viele Menschen es sind, die wir quasi nebenbei mitbetreuen … trotz Familie, Beruf und privaten Forderungen. Vielleicht können wir dann gemeinsam ein paar Chaos-Knoten lösen.




