Diese Woche war voller Hilferufe.. und nicht nur Holland in Not. Täglich sollten wir Hunde und Katzen aus Todeslagern, Kriegs- und Brandgebieten retten. Während in Nepal Mensch und Tier ertrinken, wird hier um Regen gebetet und um ein Ende der vielen Krisen. Mannomann. Aber beim besten Willen sind auch uns Grenzen gesetzt.
Unmöglich blieb die Unterstützung beim Aufbau eines sehr großen Shelters in der Türkei, die Übernahme von fast 50 eingesperrten Tieren aus Ungarn plus Rumänien, und die Räumung eines katastrophalen Hundelagers in Andalusien. Doch die schrecklichen Bilder ließen sich nicht wegschieben und gesellten sich zu den anderen Grausamkeiten „Mensch gegen Tier“ in unserem vollen Kopf-Kino. Ein Zustand, den wir mit ständigen Verdrängungs- Übungen mildern.

Deutschland konnte in dieser Anfrageflut gut mithalten. Erstaunlich, dass manchmal selbst unsere erprobte Phantasie kaum ausreicht für das, was Menschen sich einfallen lassen. Ein 11jähriger, lieber Rüde wurde einfach zurückgelassen, als ein Paar sich trennte und jeder solo wegzog. Ein sächsischer Verein hatte 18 Hunde aus verschiedenen Ländern aufgenommen, sie weder anständig untergebracht noch ausreichend ernährt – und bat nun um Hilfe. Okay, auch Weihnachten kommt für einige Leute überraschend. Dass Vierbeiner kommentarlos, unversorgt nach Pflege- und Todesfällen „übrigbleiben“, gehört inzwischen zu unserem Alltag. Ebenso nach Not durch Krankheit, Verlust oder Veränderung. Passiert uns sowas, bleiben wir initiativ, suchen zuerst Lösungen und bitten andere erst, wenn nichts mehr geht. Doch unsere Erfahrung zeigt, dass viele sofort über social media Spendenaufrufe starten, sogar weit Entfernte um regionale Hilfe bitten und wehklagend abwarten.
Trotzdem wurden wir aktiv; es ging ja immer um wehrlose Vierbeiner. Diese Woche auch um Pferde und Ponys – nicht unsere Kernkompetenz. Aber wir hatten Glück, und Kontakt zu einer Reiterin mit breitem Netzwerk, die uns super unterstützte, sodass wir einige gute Gespräche führen konnten, und tatsächlich schon für 2 Pferde ein neues Zuhause fanden. 2 Hunde bekamen durch unsere Arbeit eine Pflegestelle mit Aussicht auf Adoption, der Scheidungs-Rüde lebt endlich bei viel besseren Menschen, eine freche Katze fand dank uns ein vitales Frauchen, und eine Menge Tiere hofft sicher auf weitere Erfolge unserer Aktionen. Wir bleiben zuversichtlich dran, wünschen uns aber wenigstens im eigenen Land mehr Verantwortungsbewusstsein statt Selbstmitleid und Larmoyanz.
Jetzt freuen wir uns auf diverse Reisen, bei denen wir viel erreichen wollen, besuchen vorher noch TERRY, JASPER, KELLY, LUNA und MATTI, hoffen bei den Telefonaten nur auf gute Nachrichten zu unseren Oldies – und es gibt auch einiges zu feiern. Also dann bis zur nächsten Woche…



