NINA
So ein Abschied gehört für uns zu den schlimmsten, traurigsten mit den erschütterndsten Gefühlen, die
ganz lange als schmerzhafter Druck bestehen bleiben.
Wir wollten helfen, wollten etwas wieder gut machen, was andere einem hilflosen Hund angetan hatten, und stattdessen nun der Abschied.
Vor 10 Jahren haben wir die kleine Beagle-Mix-Hündin zusammen mit ihrem Bruder aus einer rumänischen Tötungsstation gerettet. Zwei schöne, total liebe, sehr aneinanderhängende Geschwister, die nur noch sich hatten und darum nicht getrennt werden konnten. Also mussten wir bei der Vermittlung ein Auge zudrücken.
Das Ehepaar war gut zu den Tieren, förderte sie aber nicht, achtete weder auf Bewegung noch auf gutes Futter, sie liefen einfach nur mit. Vor kurzem starb der Mann, bald darauf der Rüde, die Frau und Nina blieben zurück. Wir befürchteten das Schlimmste, denn der Frau passte kein Besuchstermin von uns. Dann verstarb auch sie, ohne Verfügung für Nina.
Diese zweite Rettung der nun ca. elfjährigen Hündin
war mühsamer und teurer als die erste. Wir holten sie verstört und verwahrlost von einem Nachbarn ab, bei dem sie wochenlang allein gehaust hatte, während er arbeiten und unterwegs war. Es gab keine Papiere,
keine Befunde … nichts.
Wir päppelten die Kleine auf und erfreuten uns an den überraschend guten Erfolgen. Es gab täglich Fortschritte, gekrönt von Astrid, die Nina adoptieren wollte. Termin stand, alles sah hoffnungsvoll aus.
Am Nachmittag hat Nina noch gespielt, geschmust und mit Appetit gegessen, aber beim „Gute-Nacht-Sagen“ lagen Exkremente neben ihr, sie schien Bauchweh zu haben und war irgendwie „weggetreten“. Von der Tierklinik bekam sie kaum was mit. Das Röntgenbild zeigte einen vergrößerten Magen und einen Tumor, die Ärzte schlossen eine OP mit guter Prognose aus, sodass wir Nina gehen lassen mussten. Unser einziger Trost:
In der kurzen Zeit bei uns war sie glücklicher als in der langen Zeit davor.




